Die Trennleistung einer horizontalen Spiralzentrifuge wird von mehreren Faktoren beeinflusst, die zusammenwirken und so die Betriebseffizienz und die Trennqualität der Anlage bestimmen. Im Folgenden werden die wichtigsten Einflussfaktoren und ihre Analysen dargestellt:

I. Geräteparameter
1. Trommeldrehzahl und Zentrifugalkraft
Grundprinzip: Die Geschwindigkeit bestimmt direkt die Größe der Zentrifugalkraft (Formel für die Zentrifugalkraft: F = m · r · ω²). Höhere Geschwindigkeiten verbessern die Trenneffizienz, insbesondere bei Materialien mit kleinen Partikelgrößen oder geringen Dichteunterschieden.
- Auswirkungen auf die Leistung:
- *Niedrige Drehzahl*: Geeignet für leicht trennbare Stoffe (z. B. Suspensionen mit großen Partikeln).
- *Hohe Geschwindigkeit*: Geeignet für schwer zu trennende Materialien (z. B. Emulsionen, Zelllysate), erfordert jedoch Beachtung der mechanischen Festigkeit und der Energieverbrauchsgrenzen des Geräts.
2. Differenzielle Geschwindigkeit der Trommelrolle
- **Definition der Differenzgeschwindigkeit**: Die Differenz zwischen der Trommelgeschwindigkeit und der Drehzahl des Spiralpropellers (\( \Delta n = n_{\text{Trommel}} - n_{\text{Spirale}} \)).
- **Auswirkungen auf die Leistung**:
- *Hohe Differenzgeschwindigkeit*: Die Spirale befördert das Material schneller, wodurch der Durchsatz erhöht wird, jedoch die Verweilzeit in der Trommel verkürzt und die Trenngenauigkeit verringert wird (geeignet für hochkonzentrierte Suspensionen).
- *Niedrige Differenzgeschwindigkeit*: Eine längere Verweilzeit des Materials ermöglicht eine gründlichere Trennung, kann aber zu Ablagerungen in der Trommel und einer Verringerung des Durchsatzes führen (geeignet für niedrige Konzentrationen und hohe Reinheitsanforderungen).
3. Trommel-Seitenverhältnis
- **Seitenverhältnis = Trommellänge/Durchmesser**:
- *Großes Längen-Breiten-Verhältnis*: Die längliche Trommelform bietet einen längeren Sedimentationsweg und erhöht so die Trenneffizienz (geeignet für kleine Partikel oder Materialien mit niedriger Konzentration).
- *Kleines Aspektverhältnis*: Die kurze und dicke Trommelform bietet einen hohen Durchsatz, jedoch eine geringere Trenngenauigkeit (geeignet für Materialien mit hoher Konzentration und großen Partikeln).
4. Wehrhöhe und Flüssigkeitsbeckentiefe
- **Flüssigkeitsbeckentiefe**: Wird über die Wehrhöhe angepasst; eine größere Tiefe erhöht die Verweilzeit des Materials, verbessert die Trennung, kann aber den Durchsatz verringern.
- **Anwendungsszenarien**:
- *Hochwehrkonstruktion*: Geeignet für hochpräzise Trennungen (z. B. von Biopharmazeutika).
- *Niedriges Überlaufwehr*: Geeignet für hohe Durchsatzmengen und schnelle Trennung (z. B. Abwasserbehandlung).
II. Materialeigenschaften
1. Dichteunterschiede der Materialien
- **Schlüsselfaktor**: Ein größerer Dichteunterschied zwischen der festen und der flüssigen Phase (\( \Delta \rho = \rho_{\text{fest}} - \rho_{\text{flüssig}} \)) erleichtert die zentrifugale Trennung.
- **Extremfälle**: Wenn der Dichteunterschied nahe Null liegt (z. B. bei Emulsionen), sind höhere Geschwindigkeiten oder Flockungsmittel erforderlich, um die Trenneffizienz zu verbessern.
2. Feststoffpartikelgröße und -konzentration
- **Partikelgröße**: Kleinere Partikelgrößen führen zu langsameren Sedimentationsraten, was eine höhere Zentrifugalkraft oder eine längere Verweilzeit erfordert (Stokes'sches Gesetz: \( v = \frac{2r^2(\Delta \rho)g}{9\mu} \)).
- **Konzentration**:
- *Niedrige Konzentration*: Dispergierte Feststoffpartikel lassen sich leicht abtrennen, der Durchsatz ist jedoch gering.
- *Hohe Konzentration*: Die Partikel verklumpen und setzen sich leicht ab, können aber die Schnecke oder Trommel verstopfen, was eine Erhöhung der Differenzdrehzahl erfordert, um eine Überlastung zu verhindern.
3. Flüssigkeitsviskosität
- **Auswirkung der Viskosität**: Eine höhere Viskosität erhöht den Widerstand gegen die Sedimentation von Partikeln und verringert die Trenneffizienz (z. B. Vorwärmen von Materialien mit hoher Viskosität zur Senkung der Viskosität).
III. Betriebsbedingungen**
1. Zulaufmenge und -verteilung
**Konstanter Durchfluss**: Schwankungen im Zulaufstrom können das Strömungsfeld in der Trommel stören und die Trennleistung beeinträchtigen. Ein stabiler Durchfluss muss durch Dosierpumpen oder Frequenzumrichter gewährleistet werden.
- **Gleichmäßige Verteilung**: Die Position und Struktur des Zuführeinlasses müssen einen gleichmäßigen axialen Materialeintritt in die Trommel gewährleisten, um eine lokale Überlastung zu vermeiden.
2. Verwendung von Flockungsmitteln
- **Funktion**: Bei feinkörnigen oder kolloidalen Materialien fördert die Zugabe von Flockungsmitteln (z. B. PAM) die Partikelagglomeration, wodurch die Partikelgröße und der Dichteunterschied erhöht und somit die Trenneffizienz gesteigert wird.
- **Zu beachten:** Art, Konzentration und Zugabeort des Flockungsmittels müssen optimiert werden, um einen übermäßigen Viskositätsanstieg durch Überdosierung zu vermeiden.
3. Verschleiß und Wartung der Ausrüstung
**Verschleiß von Spule und Trommel:** Die Langzeitverarbeitung von hochharten Werkstoffen kann zu Verschleiß an den Innenwänden führen, wodurch sich die Spaltmaße vergrößern und die Trenngenauigkeit sinkt. Regelmäßige Inspektionen und der Austausch verschleißfester Beschichtungen (z. B. Wolframcarbid) sind erforderlich.
- **Lager und Dichtungen**: Unzureichende Schmierung oder Undichtigkeiten an den Dichtungen können Vibrationen verstärken und dadurch die Drehzahlstabilität und die Trennleistung beeinträchtigen.

V. Prozessparameteranpassung:
1. Koordinierte Anpassung von Geschwindigkeit und Differenzgeschwindigkeit:
- **Prinzip**: Hohe Geschwindigkeiten erfordern geeignete Differenzgeschwindigkeiten, um eine Sedimentablagerung zu vermeiden; niedrige Geschwindigkeiten können die Verweilzeit verlängern, indem sie die Differenzgeschwindigkeiten verringern.
- **Beispiel**: Bei der Belebtschlammbehandlung werden typischerweise mittlere bis hohe Drehzahlen (2000–3000 U/min) und niedrige Differenzdrehzahlen (5–10 U/min) verwendet, um hohe Feststoffrückgewinnungsraten zu erzielen.
2. Abstimmung von Flüssigkeitsbeckentiefe und Geschwindigkeitsdifferenz:
- *Tiefes Becken + niedrige Differenzgeschwindigkeit*: Geeignet für die Trennung von hochreinen Stoffen (z. B. in der Lebensmittelindustrie).
- *Flaches Becken + hohe Differenzgeschwindigkeit*: Geeignet für Anwendungen mit hohem Durchsatz (z. B. Behandlung von chemischen Abfallflüssigkeiten).
Schlussfolgerung: Optimierungsrichtungen:
1. **Geräteauswahl**: Wählen Sie ein geeignetes Aspektverhältnis und einen geeigneten Drehzahlbereich auf Basis der Materialeigenschaften (Partikelgröße, Viskosität, Dichteunterschied).
2. **Parameteroptimierung**: Optimierung der Kombinationen von Geschwindigkeit, Differenzgeschwindigkeit, Zulaufmenge, Überlaufhöhe usw. mittels orthogonaler Tests.
3. **Vorbehandlung**: Schwer trennbare Stoffe werden durch Flockung, Erhitzen etc. vorbehandelt, um die Trennbarkeit zu verbessern.
4. **Wartungsmanagement**: Verschleißteile regelmäßig prüfen, um einen stabilen Gerätebetrieb zu gewährleisten.
Durch eine umfassende Regulierung dieser Faktoren lassen sich die Trenneffizienz und der wirtschaftliche Nutzen horizontaler Spiralzentrifugen maximieren.
