Schälzentrifuge
Eine Schälzentrifuge ist ein Gerät, das durch die Rotation eines Filterkorbs um eine Achse arbeitet. Sie nutzt das Prinzip der Zentrifugalkraft, um Feststoffe aufgrund des Dichteunterschieds von Flüssigkeiten zu trennen. Die hohe Rotationsgeschwindigkeit erzeugt eine hohe Zentrifugalkraft, die bewirkt, dass sich die im Aufgabematerial enthaltenen Feststoffe an der Innenwand des Korbs absetzen.
Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Zentrifugen: Horizontalzentrifugen und Siphonzentrifugen. Diese Geräteklassen finden in verschiedenen Bereichen Anwendung, beispielsweise in der Düngemittel-, Pharma-, Kunststoff- und Lebensmittelindustrie, einschließlich der Herstellung von künstlichen Süßstoffen und modifizierter Stärke.
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Fütterung
Die Suspension wird über den Zuführverteiler in den rotierenden Zentrifugenkorb eingeleitet. Typischerweise erfolgt dies in mehreren kurzen Zuführimpulsen, um ein Überlaufen der Suspension über den Korbrand zu verhindern. Der Füllstand wird von einem Zuführregler überwacht und geregelt. Normalerweise wird der Korb bis zu 75–80 % seiner Randhöhe mit Feststoffen befüllt. Der Zuführvorgang ist abgeschlossen, sobald der Filterkuchen den gewünschten Füllstand erreicht hat.
Filtration
Die Primärfiltration des Rohmaterials durch das im Filterkorb installierte Filtermedium beginnt mit der Zufuhr und endet, sobald die Flüssigkeit im Filterkuchen versickert ist. Die nach Abschluss eines Zyklus und der Produktabgabe auf dem Filtermedium zurückgehaltenen Feststoffe dienen als Filtermedium für nachfolgende Zyklen.
Waschen
Nach der primären Filtration folgt häufig ein Kuchenwaschschritt. Die Waschflüssigkeit wird über den Dosierverteiler oder, bei geringeren Waschraten, über ein separates Sprührohr zugeführt. Der Füllstand der Waschflüssigkeit wird erneut vom Dosierregler überwacht, und der Waschvorgang ist abgeschlossen, sobald die voreingestellte Menge Waschflüssigkeit verbraucht ist und die Flüssigkeit den Filterkuchen vollständig durchtränkt hat.
Trockenschleudern
Unmittelbar nach dem Zuführ- und Waschschritt, der gegebenenfalls mit geringerer Geschwindigkeit durchgeführt wird, wird der Korb auf die maximal zulässige Geschwindigkeit für den Schleudergang zur Kuchentrocknung beschleunigt. Dieser endet, wenn die gewünschte Restfeuchte des Kuchens erreicht ist oder nach einer vorbestimmten Schleuderzeit.
Kuchenauslauf
Am Ende jedes Zentrifugenzyklus wird der Filterkuchen mittels einer schwenkbaren Schälvorrichtung mit breitem Schälmesser aus dem Korb entfernt. Je nach Produkteigenschaften erfolgt die Schälbewegung mit voller oder reduzierter Korbgeschwindigkeit und einstellbarer Schwenkvorschubgeschwindigkeit. Die abgeschabten Produktschichten werden in eine Rinne geleitet und über eine geneigte Rutsche oder eine horizontale Förderschnecke aus der Zentrifuge befördert. Zum Schutz des Filtermediums verbleibt eine dünne Schicht Filterkuchen im Korb. Diese sogenannte Restschicht dient als Filterhilfsmittel für die nachfolgenden Zyklen.
Rückwäsche
Mithilfe des Rotationssiphonkorbs kann Rückspülflüssigkeit aus einem darüber angebrachten Vorratsbehälter durch die Siphonkammer geleitet werden, um den Restschlamm von unten zu durchdringen. Dadurch wird der Restschlamm resuspendiert und seine Permeabilität wiederhergestellt. Gleichzeitig wird der Rotationsiphon für den nächsten Filtrationszyklus vorbereitet. Der durch die Rückspülung entstandene Flüssigkeitspool auf dem Restschlamm trägt zur gleichmäßigen Verteilung der im nächsten Zyklus einlaufenden Suspension bei, wodurch mögliche Ungleichgewichte während der Zufuhr nahezu ausgeschlossen werden.
Typecal-Anwendungen – Massenchemikalien | ![]() |